History

UNSERE NEW YORK TOUR

Unser Schlagzeuger Dieter kam in den Proberaum und sagte er hätte zwei Gigs (Konzerte) klargemacht.

Ist eigentlich nicht dessen Art, fragt er doch vorher immer, ob auch alle können, nicht so in diesem Falle...

Als wir dann die Adressen der schon auf unserer Webseite veröffentlichten Termine gelesen haben, suchten wir anschießend nach dem Witz, aber es sollte tatsächlich Wirklichkeit werden...

Hier also der Bericht über unsere Bandtour nach New York:

Ich bin immer noch voll von Eindrücken. WAS FÜR EINE STADT!!!!!! Ich habe immerhin schon London, Paris und Berlin gesehen, aber wenn du am Times Square stehst, denkst du nur daran, was eben genannte Städte doch für Kuhdörfer sind!

Mir hat von den ganzen Impressionen irgendwann der Schädel gebrummt, wie bei einer Mathe-Klausur, auf die du nicht vorbereitet warst. Dieser Verkehr und die damit verbundene Geräuschkulisse, diese Menschenflut und natürlich noch die Bauwerke! HAMMER!

Der Stephan (unser Sänger) und ich sind über die 5th Avenue gelaufen und haben es mit unseren kleinen Landeiergehirnen nicht fassen können, was da abgeht.

Die Hotels, die der Dieter (Planer dieses Wahnsinnstrips) gebucht hat, waren vom Allerfeinsten. Als wir am JFK-Flughafen angekommen sind und die Einreiseprozedur (die spinnen, die Amis!) hinter uns hatten, sind wir mit dem Mietwagen nach Jersey-City losgefahren. Ziel war das "Hyatt Regency" am Hudson!

Aber erstmal hinkommen! Vor dem Holland-Tunnel ging gar nichts mehr, was für ein Verkehrsinfarkt! Als wir aber angekommen sind und die mittlerweile beleuchtete Financial-District-Skyline auf der anderen Seite des Hudson vor uns sahen, waren wir erstmal platt! Was für eine Aussicht!!

Am nächsten Morgen wurden dann Film- und Fotomaterial gesammelt (Diese Prozedur sollte sich noch unzählige Male an den unmöglichsten Orten wiederholen), anschliessend ging es nach Manhattan.

Nächstes Hotel: Das "Four Seasons" an der 57th!

Als ich in die Lobby ging, wollte ich durch die Drehtür direkt wieder ´rausgehen, weil ich dachte, dass ich nicht dahingehöre! Was für eine Pracht! Wir haben dann eine Suite (die höchste MIT Balkon) im ca. 35. Stock bewohnt.

Da waren wir dann Abends IM Lichtermeer! WOW!

"American Breakfast": Wir waren mit sieben Mann im "Four Seasons". Und dieses Frühstück hat unglaubliche 600$ gekostet!!!! OHNE TIP (Trinkgeld) versteht sich!
An diesem Tag ging es noch über die Brooklyn-Bridge, danach noch mit der Stretch-Limo ins Broadway-Musical (Grease-war genial)! Man gönnt sich ja sonst nichts :-)

Der nächste Tag begann mit einem, ihr ahnt es, Umzug.

Das nächste Hotel stand auf dem Plan: "Trump International Hotel and Tower"! Der Kasten liegt am Central-Park, direkt neben dem Time-Warner-Center, einem der teuersten Häuser in den USA (im Netz hab´ich irgendwas von 1,8 Milliarden gelesen!). Aber dieser Wolkenkratzer sieht auch danach aus! Was für ein funkelnder 250-Meter-Edelstein!

Abends dann der erste Gig. In Manhattan.

"Ottos Shrunken Head" lud ein. Wenn ihr euch einen abgefahrenen Rockschuppen vorstellt, versifft und düster, kommt das schon hin, aber irgendwie sympathisch.

Unsere "Vorband" spielte Experimental Jazz.

Was für eine Soundkollage und beinahe unerträgliche Kackophonie des Grauens! Dann wir. Nicht die Reaktionen, die wir gewohnt und durch die wir auch verwöhnt sind, aber dennoch durchweg positiv.

Viele Leute haben sich aber erst gar nicht in den Hinterraum begeben, das lag vielleicht auch daran, dass der Barmann vorne die für das Publikum gewohnte Musik spielte. Für uns unglücklich, aber wie gesagt, die Anwesenden waren begeistert.

Unser Equipment haben wir in Deutschland gelassen. Wir Gitarristen haben nur ein paar olle Klampfen mitgenommen. Verstärker, Schlagzeug, Anlage, Mikros usw. haben wir uns bei "Vinny´s" in Queens geliehen. Wir haben einen Tag vor unserem ersten Gig bei Vinny in Queens geprobt.

Mann, dass war wie früher. Ein alter, verrumpelter, keiner Proberaum mit Marshall-Stacks und stickiger Luft. Das hatte was!

Unser Proberaum in Hüls hat gute 60 m² und ist mit allen Finessen ausgestattet.

Nebenbei lernten wir noch Carmen kennen, einen total verrückten Typen, der bei Chubby Checker die Axt schwingt. Carmen und Vinny waren ein sehr freundliches Gespann und sie hatten immer den richtigen Spruch drauf.

Für den folgenden Tag war wieder eine Tour geplant.

Eine Fahrt mit einem Grayline-Doppeldecker (diese roten Touri-Busse),
allerdings ausschliesslich für uns gemietet! Auf dem Schild stand "V.I.P."- was waren wir auf einmal wichtig! Auf dem Bus, mitten auf dem Times Square die schon erwähnte Poserei, wegen der Filmaufnahmen!!! Touristen auf vorbeifahrenden Doppeldeckern fotografierten uns wild, dachten, wir wären 'ne bekannte Band.

Von da aus ging es zum Hudson... zum Startpunkt der Heli-Rundflüge...
Wäre ja geil gewesen, aber dieses Mal machte uns das Wetter einen Strich durch die Rechnung.

Just in diesem Moment machten die "Wolkenkratzer" ihrem Namen alle Ehre

und einen Rundflug bei dichter Bewölkung unsinnig.

Also ging es auf "Shopping-Tour"! Man musste der Holden ja Versprechungen machen, ihr etwas "Schönes" mitzubringen! Aber wie?! Ich habe selten so viele zu Textilien verarbeitete Geschmacklosigkeiten auf einem Haufen gesehen! Was bei dieser Shoppingtour allerdings toll war, dass ich die ganzen Eindrücke besser in den Kopf bekomme, wenn ich per pedes unterwegs bin. Ist irgendwie noch intensiver, oder?

So habe ich dann jedenfalls noch Empire State- und Chrysler-Building,
die unglaubliche Central-Station, das Flatiron ( Bügeleisen-Gebäude) und vieles mehr gesehen...

Was aber das Shoppen selbst betrifft haben wir uns unverrichteter Dinge ins nächste Hotel begeben:

"Millenium Hilton", am Ground Zero! Riesen Suite im 52.Stock! Was für eine Aussicht!!!

Abends, ihr ahnt es wieder, der zweite Gig! Dieses Mal in Brooklyn. "Hanks Saloon" ist der Name dieses düsteren Etablissements der Subkultur! Aber die Leute, wie mittlerweile gewohnt, total freundlich und sehr locker.

Überhaupt habe ich durchweg positive Erfahrungen mit den Amis gemacht, ich wünschte ich könnte anderes behaupten, weil ich doch so gar kein Freund von deren System und Politik bin. Als Tourist machen sie es dir leicht mit ihnen ins Gespräch zu kommen.

Bevor der Gig losging, kam eine Nachbarin in den Saloon und fragte, ob denn jemand für 35$ bereit wäre, ihr bei einem Umzug zu helfen. Die war ein wenig überwältigt, als wir ihr sagten, wir würden sogar mit 7 Mann helfen und dass sie sich die 35$ sparen könne. Das haben die Amis so gar nicht gepeilt, dass man einen "Job" für nöppes macht! Wir hatten jedenfalls unseren Spaß an deren überraschten Mienen. Allerdings haben die eventuell ja auch gedacht was für einfältige Idioten wir doch sind?!

Egal, dafür hat der Dieter das ganze auf Video, iss klar, ne?

Der Gig selbst war besser als der am Vorabend.

Wir haben besser gespielt, der Sound war besser und die Leute begeistert
und wir spielten Zugaben.

Wieder im Hotel war der Anblick Manhattans bei Nacht aus dem 52. Stock auch schon ein Erlebnis. Jeder hing da nur wortlos und mit seinen eigenen Gedanken am Fenster und hat den Mund nicht mehr zubekommen! Atemberaubend!!

Am nächsten Morgen haben wir uns auf den Weg ins nördliche Pennsylvania gemacht.

Ca. 200 Km in die absolute Wildnis. Dieter sprach von einem "Blockhaus", na denn... Die Landschaft, die an uns vorüber zog hatte einen ähnlichen Charakter wie die Eifel, zumindest was die Höhe der Hügel betrifft. Allerdings war die Landschaft wilder und weniger erschlossen. Wälder, Flüsse und Seen ohne Ende, wenig Landwirtschaft. Nach ca. 3 Stunden kamen wir an.

Ein "Blockhaus" an einem See in 600m Höhe. Das Ding war der Hammer, mit allem was das Herz begehrt. Riesige Aufenthaltsräume mit offenem Kamin, Heimkino, Spielzimmer mit Billard, Poker- und Schachtischen... das ganze umrahmt von einer Galerie, von der aus du in die Schlafräume gehen konntest. Draussen auf der Veranda gab es einen beheizten Whirlpool. Am See lagen Boote in verschiedenen Ausführungen, und und und...

Das war kein "Blockhaus", für mich war es ein Traumhaus aus Holz! Wenn ich einen 20 Mio. Jackpot knacken würde, wäre die Versuchung groß, sich ein solches Haus bauen zu lassen. Da konnte man relaxen! Und das haben wir nach der turbulenten Stadt dann auch getan. Nach den letzten zwei Tagen relaxen, Video-Posen und Kugelrund-Fresserei ging es dann wieder in Richtung JFK...

Dieter ist ein sehr zurückhaltender und bescheidender Mensch, ausser bei dessen Urlaubsaktivitäten.

Da wird GRUNDSÄTZLICH geklotzt!

Da sollte auch unsere Tour keine Ausnahme bilden. Feinste Hotels, Wahnsinns-Aktivitäten, ein irres Programm, Essen vom Feinsten, aber auch für Erholung in der Wildnis Pennsylvanias war gesorgt (die wir nach der Hektik Manhattans auch dankbar angenommen haben).

Das sind halt die Rahmenbedingungen für eine Urlaubsreise, die unser Dieter plant. Und dieses "Planen" ist wörtlich zu nehmen. Dieser Mensch überlässt nichts dem Zufall :-)